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News von Frédérique Constant | 20-11-2007



Frédérique Constant: Heart Beat Kaliber FC 935 Silizium | Frédérique Constant

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(u-s:b /Frédérique Constant) Die Genauigkeit eines mechanischen Uhrwerkes hängt von zahlreichen Faktoren ab. Zu ihnen gehören unter anderem die Präzision der Ausführung sowie die Beschaffenheit und Qualität der verwendeten Materialien.
Weil die Zeit naturgemäß kontinuierlich und damit eigentlich unmessbar verstreicht, muss das Uhrwerk sie in kleine, exakt definierte Abschnitte unterteilen. Diese ungemein wichtige Aufgabe erledigt das so genannten Schwing- und Hemmungssystem. Selbiges besteht aus Unruh, Unruhspirale, Ankerrad und Anker. Besagte Fakten gelten selbstverständlich auch für die exklusiven Heart-Beat-Kaliber von Frédérique Constant.
Ein wichtiger Aspekt bei der Konstruktion mechanischer Uhrwerke ist die Unruhfrequenz. Grundsätzlich gilt hier, dass höhere Werte bei ansonsten gleichen Gegebenheiten zu einer größeren Präzision führen. Die junge, ausgesprochen fortschrittlich denkende Manufaktur Frédérique Constant hat sich bei ihren eigenen Kalibern für bewährte vier Herz entschieden. Mit anderen Worten: Die Unruh und ihre Spirale vollziehen stündlich 28.800 Halbschwingungen.
Arbeitstier
Die Hemmung besitzt in diesem Zusammenhang zwei wichtige Funktionen. Wie der Name bereits andeutet, sorgt sie zum einen dafür, dass sich die in der Zugfeder gespeicherte Antriebskraft langsam, fein dosiert in Richtung Unruh entfalten kann. Zum anderen liefert dieses Bauteil fortwährend jene winzigen Kraftimpulse, welche die Schwingungen von Unruh und Unruhspirale aufrecht erhalten.
In diesem Sinne leistet die Hemmung absolute Schwerstarbeit. Innerhalb von 24 Stunden lässt sie das Räderwerk nicht weniger als 691.200 Mal vorrücken. Umgerechnet sind das im Laufe von vier Jahren mehr als eine Milliarde Kraftstöße. Dieser Wert entspricht in etwa der sechsfachen Leistung eines menschlichen Herzens.
Wie geschmiert
Dort, wo die Palettensteine des Ankers und die Zähne des Ankerrads regelmäßig und keineswegs sanft aufeinander treffen, befindet sich die so genannte Achillesferse konventionell tickender Uhrwerke. Zentrifugalkräfte tun ein Übriges, um das unverzichtbare Öl von den Zähnen des Hemmrads zu vertreiben. Die erfahrenen Uhrmacher von Fréderique Constant begegnen diesen Problemen durch das so genannte „Epilamisieren“, eine Vorbehandlung der zu ölenden Fläche. Der hauchdünne Film aus Stearinsäure verhindert das Verlaufen des Schmiermittels. Aber selbst dieser Kunstgriff ist nur eine Sache von begrenzter Dauer.
Die deutlich bessere Alternative besteht im völligen Verzicht auf flüchtiges, alterndes und seine Viskosität veränderndes Öl. Dem aber stehen die Reibung und –daraus resultierend- gravierende Abnützungserscheinungen entgegen.
Stein der Weisen
Im Zuge dieser scheinbaren Quadratur des Kreises bringt Frédérique Constant ein geradezu bahnbrechendes Material ins Spiel: Silizium. Diesen keineswegs neuen Werkstoff kennt und verwendet die Halbleiterindustrie seit den 1950-er Jahren in ultrareiner Form als Basismaterial.
Zur Chemie an dieser Stelle nur so viel: Silizium (Si) zählt zu den besonders häufig vorkommenden chemischen Elementen. Etwa 25 Prozent beträgt sein Anteil in der Erdkruste. Beispielsweise bestehen Gesteine vielfach aus Silikaten, also Silizium-Verbindungen. Bergkristall oder Quarz ist nichts anderes als Siliziumdioxid. Hier trägt es den Namen Kieselsäure. Die Dichte des elementaren Siliziums beträgt 2,33 g/cm³. Damit ist sie gut drei Mal kleiner als diejenige von Stahl mit 7,86 g/cm³.
Silizium schmilzt bei 1414 °C und lässt sich aus Quarzsand gewinnen, verfügt über dieselbe Kristallstruktur wie Diamant, besitzt eine metallisch graue Farbe, ist spröde, extrem leicht, ausgesprochen hart (1100 Vickers im Vergleich zu den 700 Vickers des Stahls), antimagnetisch und überdies sehr korrosionsfest.
Fertigungs-Know-how
Diese positiven Faktoren legten die Verwendung in der Uhrenindustrie und dort beim kritischen Hemmungssystem nahe. Allerdings bereitet die Verarbeitung einige Probleme. Selbige löste ein extrem aufwändiges Verfahren namens DRIE, was ausgeschrieben Deep Reactive Ion Etching oder reaktives lonenätzen bedeutet. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um jenes Klonen von Komponenten, welches auch bei der Herstellung integrierter Computerschaltungen zur Anwendung kommt.
Zunächst mussten die Techniker von Frédérique Constant ihr neues, mit einen stilisierten Markenlogo versehenes Ankerrad ein Mal höchst genau und stark vergrößert zeichnen. Anschließend wurde die optisch auf die Dimensionen des realen Bauteils verkleinerte Grafik so oft auf einen runden, mit lichtempfindlichem Fotolack beschichteten Siliziumwafer projiziert, dass dessen Fläche optimal genützt wird. Der Durchmesser von 100 Millimetern gestattet die Herstellung von etwa 250 Ankerrädern. Beim anschließenden DRIE-Prozess werden nur die unbelichteten Teile weggeätzt.
Perfektion groß geschrieben
Übrig bleiben also winzige, auf den Zehntausendstelmillimeter genaue, perfekt zentrierte Ankerräder, die selbst ohne Nacharbeit beinahe spiegelglatte Oberflächen besitzen. Daher tendiert die Reibung der Rubinpaletten des Ankers gegen Null, werden die üblichen Schmiermittel entbehrlich.
Beim Hemmungsrad, welches pro Sekunde acht Mal gestoppt und wieder beschleunigt wird, reduziert Silizium die Trägheit ganz erheblich.
Weil die überlieferte Schweizer Ankerhemmung rund zwei Drittel der zu übertragenden Kraft für sich selbst beansprucht, sollten auch die positiven Auswirkungen des leichteren Ankerrads auf die Energiebilanz völlig außer Zweifel stehen.
Autor:
Frédérique Constant
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