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News von MB&F | 20-09-2009



MB&F und der Künstler Sage Vaughn bauen eine ausdrucksstarke Uhr für Only Watch | MB&F

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(u-s:b /MB&F) Ein Schmetterling, der im Uhrwerk gefangen ist, charakterisiert die neueste Uhr, die MB&F (Max Büsser & Friends) auflegt. Und dieser Schmetterling hat keine Chance zu entkommen, denn das komplizierte Uhrwerk ist buchstäblich mit Stacheldraht eingezäunt. Dieser emotional aufgeladene Zeitmesser, eine als Einzelstück konzipierte Interpretation des MB&F-Modells HM2, wurde von dem amerikanischen Künstler Sage Vaughn signiert. Diese Uhr soll bei "Only Watc"“ versteigert werden. Der Erlös dieser gemeinnützigen Auktion, die am 24. September 2009 in Monaco unter der Schirmherrschaft von Prinz Albert II. stattfindet, kommt der Erforschung der Duchenne Muskeldystrophie zugute.
Diese Auktion findet alle zwei Jahre statt und wird von der Crème de la Crème der Schweizer Haute Horlogerie unterstützt. Jeder Uhrenhersteller stiftet eine einzigartige Uhr oder die Nummer eins einer streng limitierten Edition, die dann – ohne die Festlegung eines Mindestgebots – versteigert wird. Alle Erlöse von "Only Watch" fließen an die Monegassische Gesellschaft gegen Duchenne Muskeldystrophie (AMM), um internationale Forschungsprojekte, die sich mit dieser Krankheit beschäftigen, zu unterstützen. Die AMM engagiert sich seit 2005 in diesem Thema.
MB&F unterstützt Kinder im Kampf gegen Muskeldystrophie*
Die Duchenne Muskeldystrophie ist ein schwerwiegender genetischer Defekt, der etwa einen unter 3500 Jungen betrifft. Er ist gekennzeichnet durch eine progressiv wachsende Muskelschwächung, die zunehmend Atem- und Herz-Kreislauf-Probleme hervorruft. Diese Krankheit endet in der Regel tödlich, wenn das Kind älter wird. In Europa leiden etwa 30.000 junge Menschen an dem Gendefekt und seinen Folgen.
Bis heute ist diese Krankheit zwar noch unheilbar, doch macht die Forschung inzwischen bemerkenswerte Fortschritte. Ein regelrechter Durchbruch ist die Entwicklung von "Saut d'Exon" - einer chirurgischen Technik, die, vereinfacht dargestellt, den Zellapparat den krankhaften Teil des Gens "ignorieren" lässt. Diese Technik wurde von Louis Garcia, Chef des französischen Forschungsinstituts CNRS (Centre National de la Recherche Scientifique), und seinem Team entwickelt. Garcia gilt als Koryphäe unter den Forschern, die sich mit diesem Gendefekt beschäftigen. Er und seine Forschungsgruppe gehören zu den 20 Forschungsteams, die von AMM finanziell unterstützt werden.
*Informationen übernommen von der „Only Watch“-Internetseite.
Die Rolle der Kindheit in den Kreationen von MB&F
Maximilian Büsser entschloss sich noch während des Gesprächs mit dem AMM-Präsidenten, Luc Pettavino, eine Uhr für "Only Watch" zu stiften. Der 42-jährige Büsser sagt: "Wenn ich in meinem Alter von einer lebensbedrohenden Krankheit getroffen werde, kann ich behaupten schon ein richtiges Leben geführt zu haben, aber wenn dies ein Kind trifft, dann ist das eine Tragödie.“"
Obwohl er niemals behaupten würde, die Leiden eines von dieser Krankheit betroffenen Kindes nachempfinden zu können, spielt die Kindheit für ihn auch ganz persönlich eine besondere Rolle. All seine ausgefallenen Ideen, all die liebevoll gestalteten Uhren, die er mit seinen Freunden entwirft und baut, haben ihre Wurzeln in seiner Kindheit.
Das rechteckige Gehäuse der "Horological Machine Nr. 2" ist eines komplexesten Gehäuse in der Geschichte der Uhrmacherei, doch letztlich ist der modulare Aufbau dieses Gebildes auch von den Mechanik-Baukästen beeinflusst, mit denen er in seiner Kindheit spielte. Der 22-Karat-Goldrotor erhält einerseits das edle Finish, das nur der Elite unter den mechanischen Uhrwerken vorbehalten ist. Anderseits ist seine Sichelform von der zweischneidigen Streitaxt des Kampfroboters "Grendizer" abgeleitet, einem Comic-Helden aus Büssers Jugend. Alle wichtigen Science-Fiction Filme und TV-Serien - Raumschiff Enterprise, Thunderbird, Dr. Who oder Krieg der Sterne – haben die Gestaltung von MB&F-Modellen schon beeinflusst. Diese Spannung zwischen der Faszination der Traumwelt und der Liebe zur Highend-Uhrmacherei haucht den Maschinen von MB&F Leben ein.
Die Idee für die Uhr
Für Büsser und sein Team war der Entwurf der Uhr für "Only Watch" nach seinen Worten "wie ein Sprung ins kalte Wasser", weil der Zeitmesser auch die Gefühle transportieren sollte, die in diesem Projekt stecken. Jedoch, so räumt Büsser freimütig ein, stoße die Uhrmacherei an ihre Grenzen: "Wie sollte eine Uhr Schönheit und Verwundbarkeit der Kindheit zum Ausdruck bringen oder den tapferen Kampf eines Kindes, das im Rollstuhl sitzt, bevor es zwölf Jahre alt ist?"
Es gibt im Leben keine Zufälle, davon ist der Gründer von MB&F fest überzeugt. Demnach fasste er es als Wink des Schicksals auf, als er ganz am Anfang des "Only Watch"-Projektes in einer neuen Genfer Galerie auf eine Ausstellung stieß, die sich ganz dem Werk von Sage Vaughn widmete. Der amerikanische Maler und ehemalige Graffiti-Künstler war der Protagonist des weltweit wichtigsten Kunstevents im vergangenen Jahr. Der junge Künstler bekämpfte und besiegte seinen ganz persönlichen Dämon – eine sieben Jahre andauernde Heroinabhängigkeit - und die Schmerzen dieses Kampfes spiegeln sich gleichsam in der emotionalen Kraft seiner Werke wider. Seine Gemälde mit farbenfroh gekleideten Kindern oder bunten Vögeln und Schmetterlingen vor einer trostlosen Vorstadtkulisse berührten Max Büsser in seiner Seele. Er kaufte eines der Kunstwerke: einen Baseball-Schläger, der mit einer Sammlung von mit Nadeln befestigten Schmetterlinge besetzt ist. Hier fand der Käufer die gesuchte Spannung aus kindlicher Leichtigkeit und einer dunklen Gefühlswelt.
Das Ergebnis
Eine Reise in die USA bestätigte Maximilian Büsser in seiner Meinung: Sage Vaughn begriff die Idee des Projektes sofort und bot gleich an, seine Zeit und kreative Arbeit kostenlos zur Verfügung zu stellen. Max Büsser trat die Rückreise mit einem ersten Entwurf in der Tasche an, die ein Uhrwerk zeigt, über das sich kreuz und quer ein rot gezeichneter Stacheldraht spannt. Die fertige Uhr kommt diesem Entwurf sehr nahe. Das komplette Gesicht der Uhr, also Gehäuseoberteil und die beiden Bullaugen über den Anzeigen, sind vollständig aus Saphirglas gefertigt; damit wird das komplizierte Uhrwerk der HM2 buchstäblich enthüllt. Sichtbar wird dabei eine Vielzahl einzelner Komponenten, von denen jede einzelne in sorgfältiger Handarbeit finissiert wurde – ein Markenzeichen von MB&F. Doch der Schein der Schönheit und Freiheit trügt, denn das Uhrwerk ist in einen Stacheldrahtzaun eingesperrt. Ein blauer Schmetterling versucht ebenfalls, dieses Gefängnis zu verlassen, doch seine gestutzten Flügel verhindern dies. Diese Szenerie wurde aus massivem Gold gestaltet, der Stacheldraht erscheint geschwärzt, der Schmetterling leuchtend blau. Bei aller Feinheit in Material und Verarbeitung gibt die Szene genau die bedrückende Atmosphäre wieder, die die Skizze von Sage Vaughn zeigt.
Die Uhr ist eine einzigartige Interpretation der Horological Machine Nr. 2, die 2008 als limitierte Serie vorgestellt wurde. HM2 ist typisch für den radikalen Ansatz, mit dem Max Büsser und seine Freunde die Highend-Uhrmacherei interpretieren: Es ist einerseits eine Hightech-Zeitmessmaschine des 21. Jahrhunderts, andererseits ein feines mikromechanisches Kunstwerk. Es beherbergt das weltweit erste mechanische Uhrwerk – im Sprachgebrauch von MB&F „Maschine“ genannt – das eine exakt springende Stunde, eine konzentrisch angeordnete retrograde Minutenanzeige, eine retrograde Datumsanzeige, eine Mondphasenanzeige für beide Hemisphären und einen Automatikaufzug kombiniert. Das Gehäuse allein besteht aus mehr als 100 Einzelteilen – mehr als so manches komplette Uhrwerk – und ist damit das wohl komplexeste Gehäuse in der Geschichte der Uhrmacherei. Insgesamt besteht die Uhr aus mehr als 450 Einzelteilen.
Über Sage Vaughn**
Sage Vaughn wurde 1976 in Jackson, Oregon (USA) geboren und wuchs in Reseda, Kalifornien auf. Heute lebt und arbeitet er in Los Angeles.
In seiner Kindheit entwickelte er sein künstlerisches Talent in der Firma seines Vaters, dem Künstler Richard Smitty Vaughn Junior. So nahm ihn sein Vater mit in den Zoo, um mit ihm nichts anderes zu tun, als den ganzen Tag Tiere zu zeichnen. Seine Eltern gehörten der Hippie-Generation an und hatten entsprechend wenig Geld, um dem kleinen Jungen Spielsachen zu kaufen. Stattdessen ermutigten sie ihn, zu zeichnen und seinen eigenen künstlerischen Stil zu entwickeln. Später wurde er dann zu einem aktiven und kreativen Mitglied der Graffiti-Szene.
Heute bevorzugt er die Malerei, aber die Stadt aus seiner Graffiti-Zeit ist seinen Werken immer präsent. Sie wird in einem wenig schmeichelhaften Licht dargestellt, in dem graue Mauern, stilisierte Stadtsilhouetten und Stadtautobahnen den trostlosen Hintergrund für seine farbigen Figuren im Vordergrund bilden. Auch die Spontaneität und Energie aus seiner Graffiti-Zeit zeigt sich in seinen aktuellen Gemälden wieder. Sichtbar wird dies beispielsweise in den Farbschlieren, die an verschiedenen Stellen seiner Werke immer wieder auftauchen.
„Ich versuche Tiere so einzusetzen wie Aesop in seinen Fabeln“
Sage Vaughns Gemälde hinterfragen die aktuellen Lebensbedingungen des Menschen und seine Schwierigkeiten, in der Welt von heute zu leben. Die bunten Vögel und Insekten stehen für eine lebensbejahende Einstellung, erinnern aber auch an die Strategie der Anpassung, um in einer modernen Gesellschaft zu überleben. So zieren, auf den ersten Blick kaum zu sehen, schwarze Tätowierungen das Gefieder der Vögel, die Namen von Banden und Geheimbünden enthalten. Sie rufen einerseits den Wunsch des Einzelnen nach Anerkennung wach, stehen aber andererseits auch für eine Subkultur, die in der öffentlichen Meinung nur aus Gewalt und Rebellion besteht.
"Ein Beobachter hat es einfacher, wenn er in das Gesicht eines Kindes schaut"
Manchmal ersetzen Kinder die Tiere als Figuren im Vordergrund. Noch nicht von der Gesellschaft geprägt und verdorben scheinen sie die Energie zu haben, um zu überleben und die Welt neu zu erfinden. Masken von Comic-Figuren und leuchtend farbige Kostüme lassen sie als Superhelden erscheinen. Sie strahlen weder Freude noch Unschuld aus. Alle erscheinen verzweifelt, verlassen und allein in einer feindlichen Umgebung.
Die Botschaft dieser Gemälde ist eine bittere: der amerikanische Traum vom Glück ist schwer erschüttert.
Sage Vaughn zeigt Probleme nicht direkt, er liebt es, sie zu verschlüsseln. Doch seine Gemälde begnügen sich nicht nur damit, das gesellschaftliche Versagen darzustellen. Er zeigt: Das Leben an sich ist zwar schwierig, aber schon die einfache Tatsache, lebendig zu sein, ist ein Anlass zur Hoffnung. Dabei folgt er in Gedanken dem Schriftsteller Melville, den der Maler sehr bewundert: Vaughn weiß, das auch während eines Krieges die Vögel nicht aufhören zu singen und die Kinder auch weiterhin spielen.
**Information und Zitate aus „Vorstellung und Interview mit Sage Vaughn“ von Jordan Tappis und von der Galerie Bertrand & Gruner, Genf (Schweiz).
Über Maximilian Büsser und seine Freunde
Der Gründer von MB&F sagt über sich selbst, dass er ein Geschäftsmodell rund um seine ganz persönliche Neurose geschaffen hat. Er wuchs als Einzelkind auf, das sich immer danach sehnte, sich mit Menschen zu umgeben, die er bewundern konnte. Seine Eltern – der Vater Schweizer, die Mutter Inderin – waren „zu verliebt“, um ihm die Gesellschaft zu geben, die er sich so sehr wünschte. Auf sich selbst gestellt, entwickelte er eine blühende Phantasie. Das führte zu zahlreichen Rügen, zu Hause wie auch in der Schule, er wurde ständig ermahnt, doch etwas ernsthafter und vernünftiger zu handeln. Der Junge wurde maßgeblich geprägt vom prinzipientreuen und pflichtbewussten Verhalten des Vaters.
Erst als sein Vater vor sieben Jahren verstarb, erlaubte er es sich wieder, unvernünftig zu sein. „Man wird sich seiner Sterblichkeit nur bei zwei Ereignissen im Leben wirklich bewusst, bei der Geburt deines Kindes oder dem Tod deiner Eltern“, sagt Max Büsser. Letzteres führte ihn dazu, etwas aufzugeben, was eigentlich ein Traumjob war: die Chefposition von Harry Winston Timepieces. Stattdessen gründete er MB&F (Maximilian Büsser and Friends), ein Unternehmen, das ausschließlich darauf ausgerichtet ist, Kleinstserien radikal konzipierter Uhren in Zusammenarbeit mit talentierten Profis zu gestalten und zu bauen. „Das Bauchgefühl ist dabei wichtiger als der Kopf“, sagt er. Diesen Gedanken teilt er mit all den unabhängig arbeitenden Handwerkern, Ingenieuren und Uhrmachern, die ihren Teil zu den Projekten beitragen.
MB&F and Sage Vaughn HM2 Only Watch
Technische Eigenschaften
Werk:
Funktionen entwickelt von Jean-Marc Wiederrecht/Agenhor, Basis (Schwingsystem und Räderwerk) Girard-Perregaux, Schwingfrequenz 28.800 A/h
Streitaxt-Aufzugsrotor aus gebläutem Roségold (22K)
Einzelteile: 349 inkl. 44 Lagersteine
Funktionen:
Linkes Zifferblatt: Retrograde Datumsanzeige, Mondphasenanzeige über zwei Halbkugeln
Rechtes Zifferblatt: Springende Stunde und konzentrische retrograde Minutenanzeige
Sage Vaughn Skulptur:
Stacheldraht aus geschwärztem Gold (18K), der das Uhrwerk umschließt; steht als Symbol für die Krankheit, die den Körper gefangen hält.
Schmetterling aus gebläutem Gold (18K), steht als Symbol für Kindheit und Unschuld
Gehäuse:
Einzelstück – Weißgold (18K)/Titan mit „Doppelkuppel“-Saphirglas
Abmessungen (ohne Krone und Bandanstöße): 59 mm x 38 mm x 13 mm
Wasserdicht bis 30 m (3 ATM)
Saphirgläser
Auf Zifferblattseite beidseitig entspiegelt, Rückseite signiert von Sage Vaughn.
Zifferblätter:
Mattiertes Saphirglas für Minuten- und Datumsanzeige, schwarze Scheiben für Stunden- und Mondphasenanzeige.
Zahl der Komponenten (Uhrwerk und Gehäuse): 439 Einzelteile
Armband und Schließe:
Alligator schwarz, handgenäht, mit eigens gefertigter Faltschließe in Gold und Titan
Präsentationsbox:
Hölzernes, von Sage Vaughn bemaltes „Kästchen“ – Einzelstück
Autor:
MB&F
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