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Museen in Wien: Gute und schlechte Nachricht |
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(u-s:b /) Die gute Nachricht zuerst: Seit dem 15. April zeigt das Wiener Uhrenmuseum die Ausstellung "Prominente Uhren - Zeitmesser und ihre Besitzer". Der Titel sagt es: Nicht die Uhren sind die Stars, sondern ihre Besitzer. Die Liste reicht von der Mätresse des Kaisers Franz Josef über die Komponisten Brahms und Beethoven bis zum ORF-Star Hary Raithofer, der als "Ö3-Wecker" die Österreicher jeden Morgen aus dem Bett scheucht. Der Tiroler Revolutionsführer Andreas Hofer, Madame Pompadour und die englische Queen Victoria repräsentieren die romantisch verklärten Polit-Promis. In seiner ständigen Ausstellung zeigt das Wiener Uhrenmuseum in 18 Räumen mehr als 1000 mechanische, elektrische und elektronische Uhren - vom 15. Jahrhundert bis in die Jetztzeit. Publikumsliebling ist die ehemalige Turmuhr vom Wiener Stephansdom. Stolz ist das Museum auch auf den Nachlass der Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach. Sie besaß mehr als 250 Taschenuhren, die meisten davon waren dem Biedermeier-Geschmack entsprechend verziert. In das kollektive Bewusstsein der Uhren-Scene brannte sich die Dichterin weniger durch ihre Novelle "Lotte, die Uhrmacherin" ein, sondern mit ihrer Erkenntnis: Eine stehende Uhr zeigt zweimal pro Tag die richtige Zeit, eine ungenau gehende Uhr tut das nie.
Zeitgleich zur Eröffnung dieser "Prominenten"-Ausstellung verschickt der deutsche Antikuhren-Kenner Jürgen Ermert eine schlechte Nachricht an den Leiter des Museums für angewandte Kunst (MAK) in Wien. Während einer Sonder-Führung für Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie in der MAK-Außenstelle "Geymüllerschlössel" besichtigte Ermert die Sammlung Sobek. Der Uhren-Sammler Dr. Sobek hatte das Gebäude und weitere Teile seines Besitzes dem MAK im Jahre 1965 geschenkt. Die im Geymüllerschlössel ausgestellten Objekte verdanken ihre Bedeutung weniger den klangvollen Namen ihrer ehemaligen Besitzer, sie beziehen den historischen Wert überwiegend aus uhrmacher-technischen Besonderheiten. Jürgen Ermert beklagt, dass Sobeks Nachlass vernachlässigt und dem Publikum vorenthalten wird, "dabei bietet das Geymüllerschlössel als einziger Ort in Österreich einen originalgetreuen Einblick in die Vielfalt biedermeierlicher Ausstattungskunst. Zur Sobek-Sammlung gehören neben 160 Altwiener Uhren auch Empire- und Biedermeiermöbel aus den Jahren 1800 bis 1840, die eine Vorstellung vom Leben auf einem Sommersitz dieser Epoche vermitteln." Jürgen Ermert beendet seinen Hilferuf an die Museums-Verantwortlichen mit der Forderung, dass "die Sammlung Sobek im Geymüllerschlössel ihrer Bedeutung entsprechend bald wieder generell der Öffentlichkeit gezeigt werden soll."
(wd/u-s:b)
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