Nickelallergie: Wie man sie erkennt und vermeidet

Schmuck und Jeansknöpfe bereiten juckende, rötliche und geschwollene Hautstellen? Dann liegt vermutlich eine Nickelallergie vor – die häufigste Kontaktallergie überhaupt. Über 13 % der Frauen und 2 % der Männer in Deutschland reagieren empfindlich auf das Metall, das in vielen Legierungen vorhanden ist. Worin Nickel enthalten ist und wie man mit der Allergie am besten umgeht, erklären wir hier.

Wie sich eine Nickelallergie zeigt

Nickel ruft am häufigsten eine Kontaktallergie hervor. Der Körper reagiert dann auf Nickel mit einem Kontaktekzem bzw. einer Kontaktdermatitis. Diese äußert sich durch starken Juckreiz, Rötungen und Bildung von Quaddeln an den Hautstellen, die mit dem Metall in Berührung gekommen sind. Da Nickel gut wasserlöslich ist, treten solche Überreaktionen häufiger durch die vermehrte Schweißbildung im Sommer auf. Schwellungen und Juckreiz können mithilfe einer Kortisonsalbe behandelt werden. Zusätzlich sollte der Kontakt mit Nickel durch Schutzhandschuhe, Hautschutzsalben und den Kauf nickelfreier Produkte weitestgehend vermieden werden. Eine seltenere Variante ist eine Nahrungsmittelallergie auf Nickel (siehe unten).

Worin Nickel enthalten ist

Nickel ist ein natürlich vorkommendes Metall. Aufgrund seiner Festigkeit, Hitzebeständigkeit und günstigen Herstellung wird es gerne für Metalllegierungen aller Art verwendet. Auch hochwertige Gold- und Silberlegierungen können Nickelanteile haben. Die meisten Menschen denken bei Nickel oft nur an Modeschmuck und Jeansknöpfe, doch es ist auch in folgenden Dingen enthalten und kann eine Nickelallergie auslösen:

  • Schmuck, Uhren und Piercings
  • Reißverschlüsse, Knöpfe und Nieten
  • Gürtel- und Schuhschnallen
  • Lederwaren, die mit nickelhaltiger Chemie gegerbt wurden
  • BH-Verschlüsse
  • Brillen
  • Zahnprothesen
  • Schlüssel
  • Münzen
  • Türklinken
  • Musikinstrumente
  • Spielzeug aus Metall
  • Medizinische Geräte
  • Kochgeschirr und Essbesteck (aus rostfreiem Stahl)
  • Tattoo-Farben
  • Haarpflege
  • Waschmittel
  • Konservendosen
  • Zigaretten

Den Kontakt mit diesen Sachen sollte man vermeiden, so gut es sich einrichten lässt. Vor einer medizinischen Behandlung, wie etwa einer OP, sollte man den Arzt über die Nickelallergie informieren.

Nicht auf Kennzeichnungspflicht verlassen

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Juckreiz und Rötungen nach längerem Kontakt mit Metall können ein Hinweis auf eine Nickelallergie sein.

Da so viele Menschen inzwischen allergisch auf das Metall reagieren, gibt es laut EU-Richtlinie Grenzwerte für Nickel und Hersteller müssen die Verwendung kennzeichnen. Allerdings sollte man sich auf diese Kennzeichnungspflicht nicht verlassen. Sie ist leicht umgehbar, z. B. durch nickelfreie Oberflächenbeschichtungen von Konservendosen, Reißverschlüssen, Knöpfen oder auch billigem Schmuck. Ist die Oberfläche abgenutzt, wird Nickel wieder freigesetzt. Beim Kauf von Schmuck oder Kleidung sollte man daher auf eine garantierte Nickelfreiheit achten.

Um wirklich sicher zu sein, kann man die Metallgegenstände mit einem einfachen Nickeltest auf den Nickelgehalt überprüfen. Dazu tunkt man ein Wattestäbchen in die Testflüssigkeit und streicht damit über das Metall. Verfärbt sich das Stäbchen, ist Nickel enthalten. Solche Nickeltests gibt es in allen Apotheken und Versand-Apotheken, z. B. bei Aliva.

Auch Lebensmittel enthalten Nickel

Da Nickel zudem ein natürlich vorkommendes Spurenelement ist, das die Eisenaufnahme im Körper mitregelt, kommt es auch in vielen Lebensmitteln vor und ist nicht zu vermeiden. Besonders nickelreiche Lebensmittel sind:

  • Kakao
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse und Samen (vor allem Erdnüsse, Haselnüsse, Mandeln, Cashew-Kerne, Sonnenblumenkerne, Mohn, Leinsamen)
  • Getreide (vor allem Hafer, Vollkorn, Getreidekörner)
  • Kohlgemüse
  • Muscheln und bestimmte Fische
  • Tee, Kaffee, Wein, Bier
  • Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Birnen, Ananas
  • Käse und Molkepulver

Bei den meisten Menschen äußert sich die Nickelallergie allerdings als reine Kontaktallergie. Nur bei einem geringen Teil liegt auch eine Nickel-Nahrungsmittelallergie vor. Um diese allerdings ausschließen zu können, raten viele Mediziner nach der Diagnose der Kontaktallergie noch zu einer mehrwöchigen nickelarmen Diät mit anschließendem Test.

Tipps für den Umgang mit Nickel

Um den Kontakt mit Nickel auf der Haut so gut es geht zu vermeiden, sollte man Folgendes beherzigen:

  • Immer Schmuck und andere Metallwaren mit Nickeltest auf Nickelgehalt überprüfen.
  • Keine Piercings oder Tattoos machen lassen bzw. auf garantierte Nickelfreiheit achten.
  • Berufe vermeiden, die häufigen Kontakt mit nickelhaltigen Gegenständen voraussetzen (z. B. Kassierer, Juwelier und Uhrenmacher, Friseur, Zahnarzthelfer).
  • Beim häufigen Umgang mit Münzgeld Schutzhandschuhe aus Baumwolle tragen.
  • Hautschutzsalben und Antihistaminika können die Beschwerden gering halten.

Ausführliche Informationen zur Nickelallergie sind auf nickelfrei.de nachzulesen.

 

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