250 Jahre Goldstadt Pforzheim: Must-sees – Schmuck in der Kunst

Im Rahmen der Ausstellung „Must-sees – Schmuck in der Kunst“ sind nahezu 20 Porträts aus dem Estnischen Kunstmuseum in Tallinn im Schmuckmuseum Pforzheim zu sehen, darunter eines von Franz Xaver Winterhalter. Es ist das erste Mal, dass sie in Deutschland gezeigt werden.

Die Ausstellung ist noch bis 10. September dieses Jahres zu sehen.

Franz Xaver Winterhalter war der Portraitmaler der Majestäten des 19. Jahrhunderts, der es so virtous verstand, Ideal und Lebensnähe in Einklang zu bringen. Das wenig bekannte Bildnis der jugendlichen Carolina von Stackelberg (1809–1863) malte Franz Xaver Winterhalter nach deren frühem Tod und im Auftrag ihrer Mutter. Das Gemälde entstand nach einem früheren Portrait und der »Erinnerung« wie Winterhalter 1863 in seinem Auftragsbuch festhielt.

In diesem Bildnis ist der Schmuck Programm: Das mit Diamanten und Perlen (?) ausgefasste Monogramm auf dem blauen Band ist nicht nur eine Dominante im Bild, es gibt auch den Hinweis auf eine wesentliche Lebenssituation der jungen Dame aus dem deutsch-baltischen Adel: Im Alter von siebzehn Jahren war sie zur Hofdame der Zarin Alexandra Fjodorowna, einer gebürtigen Prinzessin von Preußen, ernannt worden. Das »A« steht also für den Namen der Zarin.

Diese auch politische Bedeutung des Diamantmonogramms war wohl der Grund, warum es vermutlich bereits kurz nach der Entstehung des Gemäldes übermalt wurde. Entdeckt und freigelegt wurde das Monogramm im Rahmen eines Ausstellungsprojekts im Jahr 2015.

Bild: Franz Xaver Winterhalter (Menzenschwand 1805 – 1873 Frankfurt am Main)
Öl auf Leinwand
Tallinn, Estnisches Kunstmuseum

Schmuckmuseum Pforzheim

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