AP: TOURBILLON CHRONOGRAPH ROYAL OAK OFFSHORE

Um das wahre Wesen des Audemars Piguet Tourbillon Chronograph Royal Oak Offshore zu begreifen, empfiehlt es sich, die Uhr mit geschlossenen Augen und die Hand nehmen und sie erst wieder zu öffnen, wenn man den Zeitmesser umgedreht hat. Geschützt unter einem achtfach verschraubten Saphirglasboden in einem Gehäuse, dessen Robustheit man förmlich zu spüren glaubt, tickt hier ein echtes Meisterstück der Uhrmacherkunst: das neue Chronographenkaliber 2897 mit Tourbillon-Hemmung und automatischem Aufzug. Ein komplexes Gebilde aus 335 sorgfältig von Hand bearbeiteten, anglierten und dekorierten Einzelteilen, auf deren abwechselnd mattierten und polierten Oberflächen faszinierende Lichtreflexe spielen. Den Aufzug besorgt eine nabenlose, am äußersten Werkrand umlaufende Rotorschwungmasse, der Chronograph wird von einem Schaltrad gesteuert, und ein Tourbillon optimiert die Gangpräzision. Dadurch steht der Tourbillon Chronograph Royal Oak Offshore in der edelsten uhrmacherischen Tradition. Doch sobald man ihn umdreht offenbart der Zeitmesser seine ebenso stark ausgeprägte zeitgenössische Seite. Das kraftvolle und markante Antlitz dieses Chronographen weist ihn zweifelsfrei als ein Mitglied der Kollektion Royal Oak Offshore aus. Unterstützt wird dieser Eindruck durch die Kombination aus verschiedenartigen schwarzen Materialien: geschmiedetes Karbon für das Gehäuse, strichgeschliffene Keramik für die Lünette und Kautschuk für das Armband. Ist diese Uhr mit den zwei Gesichtern nun die gelungene Verbindung zweier Gegensätze oder eine gespaltene Persönlichkeit? Auf jeden Fall repräsentiert der Tourbillon Chronograph Royal Oak Offshore eine bespiellose Synthese.

Ein hundertprozentiges Manufakturkaliber

Das Kaliber 2897 ist ein vollständig in der Manufaktur Audemars Piguet konzipiertes und produziertes neues Automatikwerk, das eine Tourbillon-Hemmung und einen Schaltrad-Chronographen in sich vereint. Seine Architektur ist eine Verbeugung vor der Tradition: Die abgerundeten Sichtkanten, die S-förmige Chronographenwippe, der Schwung  der Minutenzählerbrücke, das charakteristische Profil des Schaltrads – all dies erinnert mehr an Kunsthandwerk denn an funktionale Uhrwerktechnik.

Auch die Finissage der einzelnen Teile ist nach den traditionellen Regeln der Haute Horlogerie ausgeführt. Viele Oberflächen erstahlen im perfekten Glanz der Spiegelpolitur, die das Licht förmlich einfängt. Zahlreiche Bearbeitungsschritte mit Polier- und Rollierfeilen, Schmirgelhölzern und diversen Pasten sind nötig, um den Oberflächen diesen Tiefglanz zu verleihen. Sämtliche nach innen oder außen gewandten Ecken der Brücken werden an ihrem Übergang zwischen Stirnfläche und Oberfläche mit einer schmalen polierten Fase versehen. Diese zeitraubende Filigranarbeit nennt man „Anglieren“, und sie wird an allen Bauteilen stets von Hand ausgeführt. Die Oberflächen von Brücken und Platine sind rhodiniert, angliert, perliert, feingestrahlt und langgezogen. Wenn alle Einzelteile fertig dekoriert sind, setzt der Uhrmacher das Werk erst einmal zur Funktionskontrolle zusammen. Danach wird alles wieder fein säuberlich zerlegt und gereinigt, bevor die Endmontage und schließlich das Einschalen des Werks erfolgen. Die Fertigstellung eines solchen Werks kann gut und gerne zwei Wochen in Anspruch nehmen, und danach folgt noch eine ganze Reihe von Kontrollen.

Der nabenlose Rotor, eine effiziente und elegante Lösung

Die Aufzugsfeder wird von einer am äußersten Werkrand umlaufenden, auf Kugellagern  geführten Schwungmasse aus Platin 950 gespannt. Durch die extreme Verlagerung der Masse an die Außenseite des Uhrwerks wird die Aufzugsgeschwindigkeit erhöht. Das Uhrengehäuse erhielt einen umlaufenden Kanal, um der 180°-Schwungmasse an der Werkaußenseite 360° Bewegungsfreiheit zu verschaffen. Die langgestreckte Rotormasse ist natürlich so dimensioniert, dass sie die optimale Aufzugsleistung erbringt. Durch die Platzierung der Schwungmasse am Außenrand des Uhrwerks hat sie keinen Einfluss auf die Werkhöhe, nur auf den Durchmesser. Und ein weiterer Vorteil des peripheren Rotors besteht darin, dass er zu keinem Zeitpunkt den Blick auf das Uhrwerk, in diesem Fall den interessanten Chronographenmechanismus mit dem Schaltrad verstellt, wenn man durch den Saphirglasboden blickt.

Das Tourbillon, eine der faszinierendsten Komplikationen 

Nicht viele Uhrenmarken sind in der Lage, ihre eigenen Tourbillonwerke herzustellen. Audemars Piguet darf sich zu diesem kleinen elitären Kreis zählen und hat nimmt darin mit insgesamt 16 verschiedenen Tourbillonwerken sogar eine Sonderstellung ein. Bereits 1986 hat die Manufaktur das erste extraflache Armband-Tourbillon mit automatischem Aufzug vorgestellt.

Das Tourbillon ist die Antwort der Uhrmacher auf die Gesetze der Schwerkraft: Es eliminiert die störenden Einflüsse der Erdanziehungskraft auf die empfindlichsten Organe des Uhrwerks – Hemmung und Unruh samt Spirale –, um eine höhere Gangpräzision zu erzielen. Um die Störeinflüsse zu kompensieren, sind die in Hemmungsorgane in einem federleichten Käfig montiert und drehen sich mit diesem einmal in der Minute um die eigene Achse.

Das Tourbillon ist unter seiner Brücke aus geschwärztem Titan durch einen Zifferblattausschnitt bei der „6“ zu sehen. Die Herstellung eines Tourbillons ist eine technische Herausforderung, die viel Erfahrung erfordert. Das Gegengewicht zum Auswuchten des Tourbillonkäfigs wiegt nur 0,017 Gramm, der gesamte Käfig bringt es gerade einmal auf 0,45 Gramm. Und wenn wir schon bei Gewichten sind: die Hemmung wiegt nur 0,12 Gramm. Ein erfahrener Meisteruhrmacher rechnet knapp drei Arbeitstage für die Montage und Anpassung der 85 Tourbillon-Bauteile. Davon braucht er zwei volle Tage für die Montage des Käfigs. Für ein komplettes Uhrwerk kalkuliert er bis zu zwei Wochen.

Der Chronograph, Ziel stetiger Verbesserungen

Das Kaliber 2897 verfügt über ein Schaltrad, ein Ausstattungsmerkmal der schönsten mechanischen Chronographen, dessen Aufgabe es ist, die Befehle Start, Stopp und Rückstellung an das Räderwerk zu koordinieren. Um einen unkontrollierten Sprung des Chronographenzeigers – die Achillesferse dieser Konstruktion – beim Starten der Messung zu verhindern, haben die Techniker das System optimiert und die Chronographenwippe mit einem kleinen Haken versehen. Dieser macht das System im eingekuppelten Zustand weniger anfällig für seitliche Stöße. Montage und Regulierung der Chronographenbauteile erfolgt von Hand und erfordert besondere Sorgfalt. Das Zusammenspiel der Chronographenfunktionen wird Schritt für Schritt optimiert, bis ein weiches und präzises Drückergefühl entstanden ist.

 

Das unnachahmliche Design der Kollektion Royal Oak Offshore

Royal Oak Offshore, der Name ist längst zur Legende geworden uns steht synonym für Sportlichkeit und Männlichkeit. Kenner erfreuen sich an der achteckigen Lünette, die acht polierte Sechskant-Schraubenköpfe aus Edelstahl trägt, wie es sich gehört. Die Wirkung der Lünette wird durch die Verwendung von schwarzer Keramik und der besonderen Oberflächenqualität noch unterstrichen. Das strichgeschliffene Flächenfinish kontrastiert mit den polierten Kanten und setzt dadurch klare, saubere Lichtakzente. Das Gehäuse schimmert im seidigen Glanz von geschmiedetem Karbon, dessen marmorierte Struktur sehr edel wirkt. Es ist die ungewöhnliche Kombination zweier moderner Materialien. Keramik ist für seine Härte und Widerstandsfähigkeit bekannt, geschmiedetes Karbon ist in erster Linie leicht. Federleicht. Das Material ist aus der Luft- und Raumfahrt bekannt, doch Audemars Piguet setzte es als erste Manufaktur auch in der Haute Horlogerie ein. Die Kronenschutzkragen sind nicht Bestandteil der Schale, sondern separate Bauteile aus Titan, die mit je zwei sichtbaren Schrauben am Gehäuse befestigt werden. Die Drücker bestehen ebenfalls aus zwei verschiedenen Teilen, einem Korpus und einer Haube als Kontaktfläche. Das Zifferblatt trägt eine aus parallelen und sich kreuzenden Rillen gebildetes „Méga Tapisserie“-Dekor. Der Zifferblattausschnitt bei der „6“ gibt den Blick frei auf das Tourbillon. Das Armband aus schwarzem Kautschuk folgt mit seinem Profil ebenfalls den Designcodes der Royal Oak Offshore.

TECHNISCHE DATEN

Tourbillon Chronograph Royal Oak Offshore

Referenz

26550AU.OO.A002CA.01

Gehäuse aus geschmiedetem Karbon; Lünette, Krone und Drücker aus schwarzer Keramik; Drückerschutz und Bandanstoßglieder aus Titan

Uhrwerk

Manufakturkaliber 2897 mit automatischem Aufzug mit Tourbillon und Schaltrad-Chronograph

Durchmesser gesamt: 35 mm (15 1/2 Linien)

Durchmesser (Einschalmaß): 31,4 mm

Höhe: 7,75 mm

34 Lagersteine

335 Bauteile

Gangreserve 65 Stunden

Unruh-Schlagzahl: 21.600 Halbschwingungen pro Stunde (3 Hz)

Unruh mit variabler Trägheit mit Regulierschrauben und Spirale mit Phillips-Endkurve

Beweglicher Spiralklötzchenträger (Genfer Typ)

Aufzugswelle mit drei Rastpositionen

Finissage: sämtliche Bauteile dekoriert; Platine und Brücken rhodiniert, perliert, feingestrahlt und langgezogen; alle Kanten sowie Schraubenköpfe und -schlitze angliert

Am Werkaußenrand umlaufende Rotorschwungmasse aus Platin 950

Gehäuse

Durchmesser: 44 mm

Höhe: 14 mm

Saphirglasboden, graviert mit Schriftzug Royal Oak Offshore

Wasserdicht: 100 m

Zifferblatt

Schwarz mit exklusivem „Méga Tapisserie“-Dekor, versilberte Totalisatoren. Aufgesetzte Stundenmarker aus Weißgold, facettiert, mit Nachleuchtmasse ausgelegt. Rehaut schwarz. Stunden- und Minutenzeiger aus Weißgold, facettiert, mit Nachleuchtmasse belegt.

Armband

Schwarzer Kautschuk, mit zwei Profilrillen. Dornschließe aus Titan.

Funktionen

Stunden und Minuten

Kleine Sekunde (bei der „9“)

Chronograph mit Sekundenzeiger aus der Mitte, 30-Minuten-Zähler (bei der „3“)

Rehaut mit Tachymeterskala

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