Daniel Strom: Memento Mori, Carpe Noctem, rot ist die Nacht

C09_01_AR_UR_frontKein Zweifel: für Konventionen gibt es bei Daniel Strom keinen Platz! Der Uhrmacher, Designer und Philosoph setzt auf Kontraste, selbst wenn er damit aneckt. Memento Mori, Carpe Noctem bestätigt das einmal mehr. Das jüngste Modell der Kollektion Agonium lässt niemanden indifferent. Hinter dem massiven Silbergehäuse mit den Totenköpfen auch hier: Provokation. Hinter den Kurven, Einschnitten und Kerben: höchste Aufmerksamkeit für Details. Und hinter dem sanguinischen, ja hypnotischen Auftritt: Urushi, eine uralte japanische Kunstform.

Strom rückt diese unvergleichliche Lackkunst ins Rampenlicht. Und Memento Mori, das erste Modell seiner Kollektion Agonium, ist hierbei das Objekt seiner Wahl. Aus Carpe Diem wird Carpe Noctem – „Gedenke, dass du sterben wirst, nutze die Nacht!“ Anstelle des knochenweissen Zifferblattes tritt nun Urushi-Rot, im Flirt mit düsterem Schwarz. Die intensive Farbe kommt von den Zinnober-Pigmenten in diesem Lack. Ursprünglich wurde er insbesondere wegen seiner Festigkeit und Beständigkeit geschätzt, sehr bald aber auch wegen seiner ästhetischen Qualitäten eingesetzt. Daniel Strom bringt ihn auf dem Zifferblatt zur Geltung, wobei die gefassten Rubine in den Augen der Totenschädel von Krone und Gehäusehörnern und selbst die Ziernähte des Armbands dieses Rot aufnehmen. Drei Wochen lang wird der Lack meisterlich in ultrafeinen Schichten aufgetragen, rund zwanzig Lagen insgesamt, das Ergebnis ist ein ebenso robustes wie faszinierendes Stück. Und ein einzigartiges dazu.

Eine uralte Kunst für eine Uhr, die sich ganz eindeutig nicht anbiedert. Zu allererst spricht aus ihr der Philosoph: er erinnert uns daran, dass alles Leben endlich ist, dass wir es genießen müssen. Dazu gibt er seiner Uhr ein hochsymbolisches Dekor: Totenschädel! Gehäusemittelteil und sogar die Schliesse nehmen das Motiv auf, unübersehbar, provokant. Dann ergreift der Uhrmacher das Wort: das massive Silbergehäuse bietet eine perfekte Verschmelzung von Uhrmacherei und Goldschmiedekunst. Sein von Meisterhand als Relief geschnittenes Gehäusemittelteil umschliesst das Uhrwerk, ein Kaliber ETA 2824. Und schliesslich mischt sich auch der Designer ein: mit grösstem Respekt für die originalen Identitätscodes des Modells entwickelt er die Memento Mori weiter durch die Verbindung traditioneller Schweizer Uhrmacherkunst mit einer uralten japanischen Kunstform, die bis 10.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung zurückreicht. Kein Zweifel: das Zusammenspiel der drei Persönlichkeiten macht diese kühne Vision so einzigartig lebendig.

 

1 Kommentar

  1. Äusserst ausgefallene Uhr, sehr gelungen! Ein optischer Genuss par excellence, Respekt vor diesem Designer! Die Uhr ist von allen Seiten stimmig und auffällig aber in positivem Sinne…

    Ein Uhrenliebhaber

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