Ost trifft West – exquisite Kostbarkeiten des Art déco. Die Sammlung von Prinz und Prinzessin Sadruddin Aga Khan

Zu Heiligabend 1972 schenkte Prinz Sadruddin Aga Khan seiner Frau eine exquisite Zierdose von Cartier. Das war der Beginn einer bedeutenden Sammlung, die bis ins Todesjahr des Prinzen 2003 auf 116 prachtvolle Stücke anwuchs und heute eine der größten Einzelsammlungen an Etuis, Schmuckdosen und Uhren des Art déco darstellt.

Es ist nicht überliefert, welche Schmuckdose der Prinz als erstes Geschenk seiner Frau übergab. Vielleicht war es das funkelnde Schminketui »Baum des Lebens«, eine schwarze Schatulle mit atemberaubenden Rubinen, Smaragden, Diamanten und Saphiren, die – in außergewöhnlicher Handwerkskunst gefertigt – von der gegenseitigen Faszination zwischen Orient und Okzident zeugt? Exotische Ornamentik persischer Miniaturen oder japanischer Drucke, aus China oder dem Nahen Osten ließen sich trefflich mit dem Wunsch nach dekorativem und außergewöhnlichem Luxus in der Zeit des Art déco verbinden. Die 1920er-Jahre waren durch technologischen Fortschritt und rasante Veränderungen in der Gesellschaft gekennzeichnet. Beides spiegelte sich in der (Schmuck-)Kunst jener Zeit wider, indem überbordende Motive und Farbigkeit in klare Formen und kühle Materialien gebracht wurden. Die Nécessaires, Zigarettenetuis und Uhren der Sammlung des Prinzen und der Prinzessin Sadruddin Aga Khan sind herausragende Zeugnisse davon. »Diese Glanzstücke der renommiertesten Pariser Juweliere hier im Schmuckmuseum erstmals vollzählig in Europa zeigen zu können, ist etwas ganz Besonderes«, betont Museumsleiterin Cornelie Holzach. Wer diese Stücke näher betrachtet, kommt ins Schwelgen und entdeckt auf kleinstem Raum das breite Spektrum persischer Motive.

Welche Schatulle hat Saddurin seiner Frau an jenem Heiligabend wohl überreicht? War es vielleicht das aus Lapislazuli gefertigte Etui von Van Cleef & Arpels aus dem Jahr 1928 mit einem Dreieck aus Bergkristall, das an die Spuren einer Rollbahn erinnert und damit Bezug nimmt auf den ersten Nonstop-Transatlantikflug von Charles Lindbergh? Jeder Besucher kann für sich selbst beim Rundgang entscheiden, welche wohl den Ausgangspunkt bildete für diese prachtvollen Juwelensammlung, die nicht müde werden, uns faszinierende Geschichten aus der westlichen und östlichen Welt zu vermitteln. Bis 6. Januar 2019 ist die Schau noch im Schmuckmuseum Pforzheim zu sehen.

Öffnungszeiten des Schmuckmuseums Pforzheim Di bis So und feiertags 10 bis 17 Uhr (außer Hl. Abend und Silvester) | Eintritt in die Dauerausstellung 4,50 €, ermäßigt 2,50 €, z.B. mit der SWR2-Kulturkarte, 6 € Kombiticket mit dem Technischen Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie, bis 14 Jahre und mit MuseumsPassMusées frei | Gruppenführungen auf Anfrage | Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung sonntags 15 Uhr, 6,50 €, ermäßigt 4,50 € | Medien- bzw. Kulturpartner des Schmuckmuseums sind Pforzheimer Zeitung und SWR2 | Weitere Informationen unter www.schmuckmuseum.de

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