Zenith: 150 Jahre Kühnheit und Klasse

Im 150. Jubiläumsjahr verneigt sich die Manufaktur Zenith vor ihrem Gründer, der 1865 als junger Unternehmer von gerade einmal 22 Jahren eine der ersten industriell geprägten Uhrenmanufakturen aufbaute. Die Marke aus Le Locle widmet Georges Favre-Jacot eine ihrer prestigeträchtigsten Kreationen, das Modell Academy Christophe Colomb Hurricane, eine uhrmacherische Meisterleistung in einem 45-mm-Gehäuse aus Platin. Nur zehn Exemplare dieser außergewöhnlichen Uhr entstehen unter den kundigen Händen der Meisteruhrmacher von Zenith, beseelt vom Streben nach Innovation und Exzellenz, das die Manufaktur seit eineinhalb Jahrhunderten beflügelt. Gleich drei große uhrmacherische Errungenschaften sind in ihrem Gehäuse vereint: das patentierte Gravity-Control-System, die Federkraftregulierung durch Kette und Schnecke sowie die hohe Unruhfrequenz von 36.000 A/h. Die aus jedem Blickwinkel faszinierende Dekoration mit Handgravuren und Miniaturmalereien findet ihre Entsprechung in einer technischen und ästhetischen Ausstattung der Spitzenklasse.

Was Christoph Kolumbus mit Georges Favre-Jacot verbindet ist Pioniergeist, Wissensdurst und Abenteuerlust. Und es war zweifellos dieselbe Leidenschaft und derselbe Unternehmergeist, die sie nach neuen Horizonten streben ließ. Kolumbus widmete sein Leben der Erkundung der Ozeane und der Suche nach einer Westpassage nach Indien. Favre-Jacot gründete 1865 Zenith, eine der ersten Uhrenmanufakturen moderner Prägung. 150 Jahre später sind Präzision und Innovation noch immer die Leitmotive der Marke mit dem Stern, wie über 300 Patente, 600 Uhrwerkvarianten und die Rekordzahl von 2333 gewonnenen Chronometerwettbewerben eindrucksvoll unterstreichen. Ebenso eindrucksvoll verlief 1969 die Premiere des legendären Kaliber El Primero, bis heute das präziseste in Serie produzierte Chronographenwerk der Welt. Doch die Feine Uhrmacherei beschränkt sich nicht auf die Technik: Zenith erinnert sich der langen Tradition künstlerisch gestalteter Gehäuse und Zifferblätter und beglückt die Liebhaber ausgefallener Stücke mit der Academy Christophe Colomb Hurricane Georges Favre-Jacot, einer auf 10 Exemplare limitierten Editionsuhr mit einer besonders aufwendigen Dekoration an der Gehäuserückseite. Das Kunstwerk erwies sich als echte Herausforderung für die Uhrmacher und Ingenieure, die bei der Überarbeitung des Uhrwerks mehr als nur einmal an die Grenzen des Machbaren stießen – schließlich galt es, die opulenten Dekore in einem 45 Millimeter großen Platingehäuse unter einem gewölbten Saphirglas unterzubringen, ohne die Gangpräzision und Zuverlässigkeit des Uhrwerks zu beeinträchtigen. Das Produkt ist ein Paradebeispiel für die Kreativität der Manufaktur Zenith und ihre Fähigkeit, komplizierte Uhrmachertechnik und anspruchsvolle Handwerkskunst unter einen Hut zu bekommen. Eine außergewöhnliche Uhr verdient eine außergewöhnliche Verpackung: Die Academy Christophe Colomb Hurricane Georges Favre-Jacot wird in einer Schatulle aus Mahagoniholz mit Intarsien aus polierten Rinderknochen ausgeliefert, die auch als Humidor für Zigarren verwendet werden kann.

VON VORN EINE AUGENWEIDE …

Auf der Vorderseite setzt Zenith die drei Glanzpunkte des Uhrwerks wirkungsvoll in Szene. Die offenherzige Architektur zeigt in er oberen Zifferblatthälfte Federhaus, Kette und Schnecke des faszinierenden Reguliermechanismus’, das Gyroskop-Modul des Gravity-Control-Systems sowie die Hochfrequenz-Hemmung bei der „6“.
Dass die Ingenieure nicht völlig dem technischen Reiz der Dreidimensionalität erlegen sind beweist die raffinierte Ästhetik nach allen Regeln der im Hause Zenith überlieferten Handwerkskunst: Die drei kleinen Zifferblätter (Stunden und Minuten bei der „12“, Kleine Sekunde bei der „9“ und Gangreserveanzeige bei der „4“) sind fein guillochiert und weiß emailliert. Ihre gebläuten Schrauben und Zeiger knüpfen an die große Tradition der Haute Horlogerie an. Der Zenith-Schriftzug und zahlreiche einzelne Sterne sind von Hand aus der Grundplatine herausgearbeitet und treten vor dem nachtblau lackierten Hintergrund deutlich hervor. Das halbkugelförmige Gegengewicht des Gravity-Control-Käfigs ist mit einer Mikrogravur des Markenlogos verziert.

… VON HINTEN EBENFALLS

Wer das Zifferblatt bereits als außergewöhnliches Meisterwerk ansieht, für den hält die Rückseite der Academy Christophe Colomb Hurricane Georges Favre-Jacot noch einige Überraschungen parat. Sie zeigt eine farbenprächtige und detailreiche Szene aus dem Leben des Zenith-Gründers, meisterhaft illustriert in einer Mischtechnik aus gemalten Miniaturen und plastischen Reliefarbeiten in höchster künstlerischer und handwerklicher Vollendung. Das mit mehreren goldenen Appliken am Uhrwerk befestigte Kunstwerk ist rund um das Gyroskop-Modul arrangiert, das an die kardanische Aufhängung eines Schiffschronometers erinnert. Die Szene zeigt die Manufaktur im Gründungsjahr 1865. Im Vordergrund links befindet sich das von Hand in 18-karätigem Gold gravierte und patinierte Konterfei von Georges Favre-Jacot. Ihm gegenüber erkennt man einen Uhrmacher an seinem Werktisch, traditionell gewandet und mit der typischen Lupe im Auge. Die Präzision der Details und die prächtigen Farben schlagen den Betrachter förmlich in ihren Bann. In der Bildmitte erstreckt sich, aus Feingold getrieben und von Hand bemalt, die Fensterfront des Manufakturgebäudes, über dem sich ein milchig-blauer Winterhimmel wölbt: In dieser Jahreszeit wurden einst Bauern zu Uhrmachern. Bei der Integration dieses meisterhaften Kunstwerks bewiesen die Uhrmacher großen Einfallsreichtum. So mussten am Uhrwerk Befestigungspunkte für die zarten Reliefteile gefunden und die Abstände zwischen Werk und Dekor auf ein Minimum reduziert werden (weniger als ein Zehntelmillimeter unter den Figuren). Die Umsetzung verlangte den Handwerkern unglaubliche Geschicklichkeit ab. So ist jedes Exemplar der Academy Christophe Colomb Hurricane Georges Favre-Jacot ein individuelles Original.

IM HERZEN DER PRÄZISION

So wie Christoph Kolumbus einst den Horizont seiner Zeitgenossen erweiterte, verschiebt die nach ihm benannte Uhr die Dimension der Zeitmessung. Sie ist mit drei konstruktiven Feinheiten ausgestattet, die die Ganggenauigkeit verbessern: einer Hochfrequenz-Hemmung (36.000 A/h), die den Fluss der Zeit in Zehntelsekunden unterteilt, einer Kraftübertragung über Kette und Schnecke, die die nachlassende Kraft der Aufzugsfeder während ihrer Entspannung ausgleicht, und dem patentierten Gravity-Control-Modul, das störende Einflüsse der Erdanziehungskraft auf die Funktion der Uhr aufhebt. Dieser Zeitmesser verbessert die Ganggenauigkeit gleich dreifach, indem er die Störungen beim Tragen am Handgelenk (Schwerkrafteinfluss) sowie Probleme mit der Gangdauer (nachlassende Federkraft) beseitigt und mit seiner hohen Unruhfrequenz eine bemerkenswerte Gangstabilität gewährt. Das mechanische Wunderwerk besteht aus 939 Einzelteilen, von denen 354 auf das eigentliche Uhrwerk entfallen (davon 173 für das Gravity-Control-Modul) und 585 auf die Kraftübertragung über Kette und Schnecke.

KONSTANTE KRAFT ÜBER KETTE UND SCHNECKE

Bei mechanischen Uhren lässt die Kraft der Zugfeder im Laufe ihrer Entspannung allmählich nach. Dies beeinträchtigt die gleichmäßige Schwingungsweite der Unruh (Amplitude) und somit die Ganggenauigkeit. Die Kraftübertragung über Kette und Schnecke gleicht derartige Schwankungen aus. Da Querschnitt und Steigung der konischen Schnecke genau auf die Kraftkurve der Zugfeder abgestimmt sind, ist während der gesamten Gangdauer ein konstant gleichmäßiger Antrieb gewährleistet. Im 16., 17. und 18. Jahrhundert waren zahlreiche Taschenuhren mit Kette und Schnecke ausgerüstet. Heute jedoch sind nur wenige Manufakturen in der Lage, diesen Mechanismus so klein und platzsparend zu bauen, dass er in das Gehäuse einer Armbanduhr passt. Mit der Academy Christophe Colomb Hurricane Georges Favre-Jacot darf sich Zenith zu diesem erlesenen kleinen Kreis zählen. Die Kette zur Kraftübertragung zwischen Federhaus und Schnecke ist 18 cm lang und besteht aus 585 Elementen. Ihre komplexe Konstruktion aus abwechselnd doppelten und einfachen Gliedern verleiht ihr eine Zug-Belastbarkeit von über drei Kilogramm. Während der gesamten Gangdauer des Uhrwerks gibt die Zugfeder ihre Kraft an die Schnecke ab, und zwar über besagte Kette, die sich dabei langsam um das Federhaus wickelt. Der stufenweise zunehmende Durchmesser des Schneckengangs reguliert automatisch das Drehmoment, das in das Räderwerk und zum Silizium-Ankerrad im Gyroskop-Modul eingeleitet wird. 50 Stunden dauert es, bis das Uhrwerk abgelaufen ist, d.h. bis sich die Kette vollständig um das Federhaus gewickelt hat. Das Aufziehen der Feder über die Krone dauert indes nur wenige Sekunden, in denen sich Federhaus und Schnecke entgegen ihrer üblichen Drehrichtung bewegen und die Kette sich um die gestuften Windungen des Konus’ legt. Form und Abmessungen der Schnecke beruhen auf komplizierten Berechnungen zum Kraftausgleich der Zugfeder, jede einzelne Windung ist mathematisch optimiert. Ohne die enge Zusammenarbeit sämtlicher Handwerke der Manufaktur (insbesondere bei der Herstellung der Prototypen) und den Einsatz modernster Fertigungstechnologien hätte ein derart komplexer Mechanismus nie entwickelt werden können. Hier beweist sich wieder einmal die Stärke einer echten integrierten Manufaktur.

GRAVITY CONTROL TROTZT DER SCHWERKRAFT

Die Kraftregulierung über Kette und Schnecke hilft Isochronismusfehler (Schwankungen der Unruh-Schwingungsweite) zu vermeiden. Doch die Academy Christophe Colomb Hurricane Georges Favre-Jacot ist auch gegen einen weiteren Störfaktor für die Ganggenauigkeit gefeit, mit der alle mechanische Uhren zu kämpfen haben: die Erdanziehung. Die ideale Position des Gangreglers ist die Horizontale, weil in dieser Lage die Unruh ihre größte Schwingungsweite erreicht. Um das Regulierorgan stets in dieser Lage zu halten entwickelte Zenith eine selbstnivellierende Aufhängung. Diese hat überdies den Vorteil, dass die Uhrmacher die Hemmung perfekt auf eine Position regulieren können und keinen Kompromiss aus verschiedenen Lagen eingehen müssen. Bei aller Avantgarde und Kreativität ist das patentierte Gravity-Control-System zugleich eine Hommage an die Vergangenheit, denn die Manufaktur schöpfte ihre Inspiration für das Modul aus den Anfängen der Firmengeschichte. Damals baute Zenith legendäre Schiffschronometer mit kardanischer Aufhängung des Uhrwerks, eine seit dem 16. Jahrhundert übliche Art der Lagerung vom Kompassen, um das Instrument unabhängig von den Bewegungen des Schiffs stets in der Waagerechten zu halten.
Dieses Prinzip adaptierte die Manufaktur für Armbanduhren. Das Gravity-Control-System mit seinem selbstnivellierenden gyroskopischen Käfig hält in jeder Position des Handgelenks das Regulierorgan in horizontaler Lage. Für die ultimative Weiterentwicklung des Schiffschronometers wurde Zenith 2011 – nach fünfjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit – mit dem Grand Prix d’Horlogerie de Genève in der Kategorie Komplikationsuhren ausgezeichnet.

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